Die moderne Technik des 3D-Scans revolutioniert die Dokumentation archäologischer Fundstücke. Diese Methode ermöglicht nicht nur eine präzise Erfassung der Originale, sondern auch die Erstellung von digitalen Daten, die zukünftig innovative didaktische Angebote in Apps und die Herstellung von
3D-Drucken ermöglichen. Diese digitalen Replikate sind leichter als die Originale und bieten unzählige Möglichkeiten zur Vermittlung von Wissen.

Dr. Sebastian Gairhos freut sich über den 3D-Druck Foto: Julia Graf

Dr. Sebastian Gairhos, Leiter der Stadtarchäologie Augsburg, betont: „Die Drucke in verschiedenen Größen sind ideal, um unser römisches Erbe zu vermitteln. Es ist ein großer Wunsch der Stadtarchäologie, den umfangreichen Bestand römischer Steindenkmäler aus Augsburg professionell zu scannen und einzelne Objekte im Maßstab 1:1 zu drucken. Besonders interessant sind die Reliefs von römischen Grabdenkmälern des 2. und 3. Jahrhunderts, die Darstellungen der Verstorbenen und deren beruflichen Alltag zeigen.“

Die Umsetzung solcher modernen Projekte ist jedoch oft mit hohen Kosten verbunden. Hier kommt die Unterstützung der Stiftung Kulturgeschichte Dr. Markus Vogl gerade recht. Dr. Markus Vogl war fast 30 Jahre lang mit großer Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein Fachreferent an der Universitätsbibliothek Eichstätt-Ingolstadt. Seine Stiftungsidee wurde in  Zusammenarbeit mit der Stadtsparkasse Augsburg realisiert.

Susanne Stippler, Stiftungsberaterin bei der Stadtsparkasse Augsburg, erklärt: „Unser im Jahr 2024 verstorbener Stifter Dr. Markus Vogl hat testamentarisch die Einrichtung seiner Stiftung in unserer Stiftergemeinschaft HAUS DER STIFTER verfügt und festgelegt, wofür die Stiftungserträge verwendet werden sollen. Ihm war auch die Bewahrung und Sichtbarmachung des Römischen Erbes in Augsburg sehr wichtig.“ Sie fügt hinzu: „Es freut mich sehr, dass wir mit der Unterstützung des 3D-Scans von römischen Exponaten den Wunsch unseres Stifters erfüllen und in seinem Sinne umsetzen können.“

Von einigen wichtigen Steindenkmälern konnten mit Unterstützung der Stiftung Kulturgeschichte Dr. Markus Vogl bereits hochauflösende 3D-Scans angefertigt werden, z. B. die Reliefdarstellungen eines Weintransports auf einem Ochsenkarren oder der Verpackung eines großen Stoffballens. Derzeit werden verschiedene Verfahren zur Reproduktion der digitalen Daten getestet: 3-D-Sanddruck und CNC-Fräsen.

Beim 3D-Scan entsteht aus Millionen von Einzelpunkten ein dreidimensionales Modell mit fotorealistischer Oberfläche. Foto: Julia Graf